„Plastics for Future 2026“: Oberstufenschüler erkunden die Kreislaufwirtschaft am kunststoffcampus bayern in Weißenburg

Mittwoch, 4. März 2026

Wie sieht die Zukunft der Kunststoffe aus? Ist sie schwarz, rosa oder doch grün? Unter diesem Motto verwandelte sich der kunststoffcampus bayern in Weißenburg am gestrigen 3. März 2026 in eine lebendige Denkfabrik. Rund 50 Schülerinnen und Schüler der Oberstufen des Simon-Marius-Gymnasiums (Gunzenhausen) und des Werner-von-Siemens-Gymnasiums (Weißenburg) nahmen an der Konferenz „Plastics for Future“ teil, um Theorie und Praxis moderner Kunststofftechnik mit Nachhaltigkeit zu verknüpfen.

Ein starkes Netzwerk für den Nachwuchs

Bereits zum zweiten Mal wurde die erfolgreiche Veranstaltung von einem hochkarätigen Expertenteam initiiert: Tanja Rühl, Expertin für MINT-Kommunikation beim Verband Plastics Europe Deutschland, Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“, sowie Prof. Dr. Thomas Müller-Lenhardt, Leiter des berufsbegleitenden Studiengangs Angewandte Kunststofftechnik (AKT) der Hochschule Ansbach.

„Unser Ziel war es, mit Mythen rund um das Thema Kunststoff aufzuräumen und den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen“, erklärt Tanja Rühl. Axel Subklew unterstrich in seinem Beitrag die ökologische Relevanz des Mitwirkens jedes Einzelnen: „Verpackungen sind kein Müll, sondern wertvolle Rohstoffe. Nur wenn wir sie bereits an der Quelle richtig trennen, erhalten wir die Chance auf ein hochwertiges Recycling. Jeder Beitrag zur Mülltrennung ist ein aktiver Schritt zum Klima- und Ressourcenschutz – und genau dieses Bewusstsein wollen wir bei der nächsten Generation schärfen.“

Technik zum Anfassen: Der Workshop-Parcours

Das Herzstück der Konferenz bildete ein interaktiver Parcours mit vier Stationen, der die Teilnehmenden zu „Multiplikatoren“ für Nachhaltigkeit qualifizierte:

  • Station 1: Materialkunde hautnah – Hier erkundeten die Jugendlichen die Unterschiede zwischen konventionellen und biologisch abbaubaren Folien und erhielten Insights in die komplexe Verarbeitung.
  • Station 2: Spritzguss im Handumdrehen – An einer Modellspritzgießmaschine produzierten die Schüler mit Unterstützung der Firma RF-Plast aus Gunzenhausen eigene Bauteile. Das Ergebnis: ein selbstgefertigter Einkaufswagen-Chip als greifbares Souvenir.
  • Station 3: Experten für Mülltrennung – Hier wurden die Jugendlichen gezielt zu Botschaftern ausgebildet, um das Wissen über Kreislaufsysteme in ihre Familien und Freundeskreise weiterzutragen.
  • Station 4: Virtual Reality & Gaming – Mittels VR-Rallye tauchten die Schüler in die Berufsfelder der Kunststofftechnik ein, während eine Gaming-Station das Trennungswissen spielerisch festigte.

„Abi – und dann?“

Zum Abschluss gab Prof. Dr. Müller-Lenhardt einen Ausblick auf die akademische Zukunft. Er stellte das Modell des berufsbegleitenden Studiums Angewandte Kunststofftechnik vor, das wissenschaftliche Theorie und berufliche Praxis ideal verzahnt. In einer abschließenden Diskussionsrunde über die „Farbe der Zukunft“ wurde deutlich: Die nächste Generation ist bereit, die Transformation zur Nachhaltigkeit aktiv mitzugestalten.

Beeindruckendes Feedback

Die Resonanz der Teilnehmenden, die zum Abschied ihr persönliches Experten-Zertifikat erhielten, war überwältigend. Die Kommentare reichten von „sehr cooler Tag“ und „erhellend“ bis hin zu „massiv gut!“.

„Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Energie die jungen Leute das Thema Kreislaufwirtschaft annehmen, wenn man ihnen die richtigen Werkzeuge und Einblicke bietet“, resümiert Prof. Dr. Müller-Lenhardt.

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