Entstehung und Entwicklung des kunststoffcampus bayern

Von der ersten Idee bis zur strategischen Neuausrichtung: Der kunststoffcampus bayern (kcb) mit seinem Technologietransfer- und Studienzentrum in Weißenburg steht seit 2015 für praxisnahe Bildung, angewandte Forschung und den gezielten Transfer von Know-how in die Wirtschaftsregion Altmühlfranken und darüber hinaus. Die folgenden Meilensteine zeigen die wichtigsten Etappen dieser Entwicklung:

Idee und politische Weichenstellung (vor 2013)

Der kunststoffcampus bayern entstand aus dem klar erkannten Bedarf nach qualifizierter Aus- und Weiterbildung sowie angewandter Forschung und Entwicklung im Bereich Kunststofftechnik in der Region Altmühlfranken. Als bedeutender Standort der Kunststoffverarbeitung sollte Wissen gezielt in der Region aufgebaut und gehalten werden. Initiiert vom damals amtierenden Landrat Franz-Xaver Uhl und maßgeblich vorangetrieben von Altlandrat Gerhard Wägemann (2011-2020) war es Ziel von Beginn an, Fachkräfte zu sichern und die Innovationskraft des ländlichen Raums nachhaltig zu stärken.

Für das Studienzentrum zeichnete verantwortlich die Hochschule Ansbach und für das Technologiezentrum sowie die Gesamtleitung die Technische Hochschule Deggendorf.

Spatenstich und Baubeginn (27. September 2013)

Mit dem offiziellen Spatenstich im Industriegebiet Weißenburg begann im September 2013 die bauliche Umsetzung des kunststoffcampus bayern. Dieser Schritt markierte den Übergang von der Konzeptionsphase zur Realisierung des bayernweit einzigartigen Bildungs- und Forschungsprojekts. Der Neubau schuf die räumlichen Voraussetzungen für moderne Lehre, Forschung und Weiterbildung unter einem Dach und setzte ein sichtbares Zeichen für die Zukunftsorientierung des Wirtschaftsstandortes Altmühlfranken.

Start des Studienbetriebs im Bereich Kunststofftechnik (ab 2013)

Bereits ab 2013 wurde mit dem berufsbegleitenden Bachelorstudiengang „Angewandte Kunststofftechnik“ (AKT) ein zentrales Studienangebot etabliert. Das Studium verbindet ingenieurwissenschaftliche Grundlagen mit hoher Praxisnähe und richtet sich sowohl an Berufstätige als auch an dual Studierende. Damit setzte der Campus früh einen Schwerpunkt auf Weiterbildung auf Hochschulniveau und die enge Verzahnung von Theorie und Anwendung in der Kunststoffindustrie.

Erweiterung um betriebswirtschaftliche Studienangebote (ab 2014)

Zur Ergänzung des technischen Studienportfolios wurde ab 2014 der berufsbegleitende Bachelorstudiengang „Strategisches Management“ (SMA) angeboten. Dieses Angebot richtete sich gezielt an Fach- und Führungskräfte und vermittelte betriebswirtschaftliche und managementrelevante Kompetenzen. Damit wurde der kunststoffcampus bayern zu einem interdisziplinären Studienzentrum, das technische und wirtschaftliche Qualifikationen miteinander verbindet. Die beiden Studiengänge AKT und SMA starteten somit bereits vor der offiziellen Einweihung des Campus ihren Betrieb.

Einweihung des Campus und Start des Regelbetriebs (27. März 2015)

Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit wurde der kunststoffcampus bayern im März 2015 offiziell eingeweiht. Mit der Eröffnung wurde Weißenburg zur Hochschulstadt und etablierte sich als Bildungs- und Technologiestandort. Der Campus wurde fortan als Kooperation zwischen der Technischen Hochschule Deggendorf und der Hochschule Ansbach betrieben und bündelte Forschung, Studium und Weiterbildung an einem gemeinsamen Standort.

Etablierung und kontinuierliches Wachstum (2015–2024)

In den folgenden Jahren entwickelte sich der kunststoffcampus bayern zu einer festen Größe in der regionalen Bildungs- und Forschungslandschaft. Zahlreiche Studierende nutzten die berufsbegleitenden Studienangebote, während Unternehmen vom Technologietransfer profitierten. Mit rund 250 Studierenden und 140 Absolventinnen und Absolventen – alle berufsbegleitend – leistete der Campus einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und Innovationsfähigkeit der Region.

Erweiterung um Master-Studiengang zu nachhaltiger Polymertechnik (Frühjahr 2025)

Mit dem Start des Präsenz-Masterstudiengangs „Sustainability in Polymer Technology“ im Frühjahr 2025 wurde das Studienangebot nochmals gezielt erweitert. Der Master deckt den gesamten Lebenszyklus von Polymeren ab – von Design und Produktion bis hin zu Recycling und Kreislaufwirtschaft. Damit reagiert der Campus auf aktuelle technologische und gesellschaftliche Anforderungen und stärkt seine Zukunftsorientierung.

Neuausrichtung und Zukunftsprofil (ab Herbst 2025)

Ab Oktober 2025 übernahm die Hochschule Ansbach die Gesamtverantwortung für den kunststoffcampus bayern und vereint damit Technologietransfer- und Studienzentrum unter einer Leitung. Diese Neuausrichtung markiert einen strategischen Schritt zur Weiterentwicklung des kunststoffcampus bayern mit dem Ziel den Campus langfristig zukunftsfähig aufzustellen.

Das zukünftige Kompetenzprofil des kunststoffcampus bayern steht unter dem Fokus „Smart Polymer Systems“ und „Protective Polymer Systems“. Begleitet wird dies durch einen personellen Ausbau mit mehreren neuen Professuren. Durch die High Tech Agenda Bayern wird somit die nachhaltige Entwicklung der Wirtschaftsregion Altmühlfranken gestärkt.

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